Quelle: http://www.wallenfels-pinscher.de/historie.html

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Pinscher

Quelle: http://www.schnauzer-pinscherklub.at/downloads/r_pinscherprospekt.pdf


Geschichtlicher Auszug über den Glatthaarpinscher 

kurze Zusammenfassung der wichtigsten Geschichtlichen Auszüge


Historie

Viel wurde über die vorgeschichtliche Zeit des Pinschers, in der auch auffällige Ähnlichkeiten mit dem Schädel des Torfspitzhundes beschrieben wurde, geschrieben. Diese Ähnlichkeit trifft aber auch auf viele mittelgroße Europäische Hunderassen zu. *Zitat von Hans Räber (Schweizer Kynologe)*: "Diese lieb gewordene Ansicht von der über Jahrtausende hinreichenden Geschichte - ihrer Rasse - ist unhaltbar." Die Geschichte einer Rasse geht soweit zurück, als über sie sichere Dokumente vorliegen. Und das heißt für den Schnauzer und Pinscher nicht weiter als in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts.

Ahnenforschung

Zahlreiche Kynologen haben sich im 19. Jhdt und Anfang des 20. Jhdt mit der Herkunft des Pinschers beschäftigt. Fündig wurde man zuerst in einem Werk v. H.G. Reichenbach "Der Hund in seinen Haupt- und Nebenrassen" aus dem Jahr 1836.

Jean Bungartz verweist auf Süddeutschland (insb. Württenberg) als Herkunftsgebiet des Pinschers, wo er nach den heutigen Erkenntnissen gegen Ende des 19. Jhdt. aus kleinen bis mittelgroßen Bauernhunden herausgezüchtet worden ist.

Die Geschichte des zuchtbuchmäßig erfassten Pinschers beginnt mit dem Jahr 1895 und nur Franken, Schwaben und Thüringen haben sich um den Pinscher angenommen.

Der Pinscher zeichnet sich durch seine Lebhaftigkeit, Munterkeit, Freundlichkeit und Anhänglichkeit aus.


Glatthaarpinscher nach Bungartz 1888


er schreibt über den Pinscher folgendes: "Der Pinscher zeichnet sich durch seine Lebhaftigkeit, Munterkeit, Freundlichkeit und Anhänglichkeit, die gleiche Erbitterung auf Ratten und die nämliche zu Pferden, die wir bei den rauhaarigen Verwandten, dem Rattenfänger finden, ist auch dem glatthaarigen Pinscher in der selbe Weise eigen.




Veredelung der Rasse

In der zweiten Hälfte des 19 Jahunderts kam es in Deutschland zur Gründung von kynologischen Vereinen. Von da an wurden Hundeausstellungen organisiert, deren Zuchtrichter sich an den von den Vereinen vorgegebenen Rassestandards orientiert haben. Zuchthunde mussten bestimmte Kriterien erfüllen oder wurden aufgrund von Prämierungen auf den Ausstellungen häufiger zur Zucht eingesetzt.

Idealvorstellungen wurden angestrebt (Veredelung) und führten zu einer Vereinheitlichung der jeweiligen Hunderasse.



Mit der Gründung des *Pinscherklubs* durch Josef Berta am 3.3.1895 wurden die bis dahin stattgefundenen wilden Veredelungsversuche der Pinscher systematisiert. Davon profitierte der rauhaarige Pinscher (Schnauzer). Der glatthaarige Pinscher blieb ein Sorgenkind.

Der Pinscher-Klub konzentrierte sich fast ausschließlich auf den

rauhaarigen Pinscher (Schnauzer). Es gab fast ausschließlich Schnauerzüchter und eine Vielfalt an bunten Zwergen. Der glatte Pinscher war fast verschwunden und vergessen.

 


In einer offiziellen Bekanntmachung des Pinscher-Klubs zur Ausstellung vom 7. bis 10. September in München in der Zeitschrift Wild und Hund (1. Jg. 1895) wird ein Ehrenpreis für den großen glatthaarigen Pinscher angeboten mit folgender Begründung von Josef Berta: "Dem fast verschollenen und total verzüchteten großen, glatthaarigen Pinscher aufzuhelfen, 

ist ein hervorragender Programmpunkt unseres Klubs diesem gewidmet. "



Ilgner stellt 1921 erste Fortschritte bei der Rasse des Pinschers fest. Er schreibt über den Pinscher:

"Hochentwickelte Sinnesorgane, Klugheit, große Dressurfähigkeit, rastlose Aufmerksamkeit, blitzartige Schnelligkeit, nie wankende Treue, Mut und Ausdauer, zähe, sehnige Kraft, Widerstandsfähigkeit gegen die Unbilden des Wetters sind seine hervortretenden Eigenschaften, die ihn ganz charakterisieren. Der Kopf ist weniger langgestreckt, der Oberkopf gewölbter und breiter, der Schnauzenteil länger als beim englischen Terrier. Die Ohren müssen hoch angesetzt und von der Wurzel ab aufwärts gerichtet sein, die überfallene Spitze soll gut zugeschnitten sein. Das Auge ist von Mittelgröße, voll mit sehr intelligentem Gesichtsausdruck. Sehr muskulös sind die Läufe. Das Haar ist kurz, glatt und straff. Am schönsten ist glänzend schwarz mit rostbraunen Abzeichen. Dunkelbraun mit gelben Abzeichen ist nicht so gern gesehen. Da es sich hier jedoch um eine wieder zu erzüchtende Rasse handelt, so sollte man in Bestimmung der Farben nicht zu engherzig sein."

Max von der fröhlichen Pfalz, gew. 15.11.1909, Züchter: Stöhrer, Heidelberg (Quelle: Pinscher-ZB Bd. IV)
Max von der fröhlichen Pfalz, gew. 15.11.1909, Züchter: Stöhrer, Heidelberg (Quelle: Pinscher-ZB Bd. IV)
Molli vom Neckarthal, gew. 6.12.1911, Züchter: Groh, Heidelberg (Quelle: Pinscher-ZB Bd. IV)
Molli vom Neckarthal, gew. 6.12.1911, Züchter: Groh, Heidelberg (Quelle: Pinscher-ZB Bd. IV)

1914 wurde in Wien der 1. ÖSPK gegründet.

Weltkriege die dem Pinscher sehr schaden.

Der 1. Weltkrieg und vernichtete fast diese Bemühungen um den Deutschen Pinscher.

Die Züchter Schuder, Göppingen und Stöhrer, Heidelberg retteten den Pinscher über den Krieg hinweg.

Der 2. Weltkrieg - Zur Reichssiegerausstellung 1941 in Stuttgart erschienen noch 16 Pinscher und einige Pinscher überlebten auch den 2. Weltkrieg. Sie überlebten aber nicht die Nachkriegszeit. So starb denn der Pinscher nach den Eintragungen des Jahres 1949 im Kernland der einstigen Zucht, im göppinger Gebiet und damit auch im Bundesgebiet." In der Schweiz kämpfte noch Jean Pfister, Tann-Rüti (ab 1919 Zwinger v. Jonatal) bis 1960 um den Erhalt der Rasse. Er bemühte sich insbesondere um die pfeffer-salzfarbigen Pinscher.

Rettung des Deutschen Pinscher

Werner Jung wirft dem PSK den großen Fehler vor, nur sein Augenmerk auf die rauhaarigen Rassen gerichtet und versäumt zu haben, den Pinscher zu "veredeln". Im Zuchtbericht von Bad Kreuznach (1956) des Werner Jung sind folgende Worte überliefert.

Nach 1949 weisen unsere Zuchtbücher nunmehr keine Würfe der Pinscher mehr aus.

Nur in den Kreisen Schmalkalden und Erfurt in Thüringen wurde die Zucht mit wenigen schwarzbraunen Exemplaren fortgesetzt. Still geworden ist es um die bekannte Zuchtstätte der Glatthaarpinscher des Dr. Dauber, der lange Jahre alle Farbenschläge gezüchtet und auch den Silberpinsch nach einer Anregung unseres Altmeisters Strebel herausgebracht hat. Lobend sei der Zwinger v. Jonatal, unseres Sportfreundes Pfister, Tann/Rüti in der Schweiz erwähnt, der sich um den pfeffersalzfarbigen Pinscher die erdenklichste Mühe gegeben hat.

Die ältesten Pinscher, die nach dem Kriege in unserem Land gezüchtet wurden, sind nunmehr

dreizehn Jahre, die jüngsten sind jetzt neun Jahre alt. Wir sind uns doch völlig im klaren

darüber, daß mein Appell wie ein letzter Notschrei aufzufassen ist, wenn der verhallt, können wir das Leichentuch über dieses Vermächtnis aus alter Zeit breiten. Doch es kam keine Unterstützung. Die letzten Züchter haben im Streit um den Pinscher-Typ aufgegeben. Der PSK hatte mit den Nachwirkungen des Krieges zu kämpfen und diese Umbrüche belasteten die

Reformierung und den Neuaufbau der PSK-Organisation erheblich. Werner Jung war auf sich allein gestellt.

Werner Jung fand keine anderen Züchter, die er für den Neuaufbau der Rasse begeistern konnte. Werner Jung musste die Zucht selber aufnehmen und dafür seine Schnauzerzucht aufgeben. Nach schwerer Überzeugungsarbeit bei seiner Familie (seine Kinder wollten nicht mit einem nackten Hund spazieren gehen) begann die Suche nach den letzten zuchtfähigen Pinschern. Im Herbst 1957 gelang es Jung, die reingezüchtete Pinscher Hündin Kitti vom Bodestrand zu erwerben. Er nutzte seine Kontakte zur DDR-Klubführung. Da 1957 die Grenzen zur DDR noch gut zu passieren war, konnte er diese Hündin nach Westdeutschland transportieren. - Die Rettung !!!




PSZ 915 Kitti vom Bodestrand Wurftag: 22.05.1955

Äußeres: schwarz braune Hündin mit braunen Abzeichen, Auge dunkel, Wideristhöhe 45 cm.

Verhalten/Charakter (Wesen) nach Werner Jung: 

Lieb, duldsam, anhänglich, als Spielkamerad geradezu Ideal. Über Jahre hinaus haben wir sie kaum jemals bellen hören. Draussen in der freien Wildbahn war ihre Welt, dann glühten die Augen und ihre Muskeln spannten sich derartig, daß man die Kitti nicht mehr wiedererkannte. Wie oft haben wir gesagt, daß Kitti besser eine Wildsau geworden wäre, so planschte sie im Wasser und raste durch Unterholz. Zuhause war sie wieder das ruhigste Tier, das man sich nur denken konnte. Sie fügte sich ein, öffnete jede Türe, auch einwärts und war recht liebesbedürftig.


Diese Hündin war das Fundament der deutschen Pinscherzucht. So gut wie jeder heutige  Deutscher Pinscher hat diese Hündin in seinem Stammbaum.


Kitti wurde noch 1957 in Wiesbaden mit V1 (Bundessiegerin) und CACIB bewertet (Richter Emil Homann).

Des glatthaarigen Pinschers Zukunft scheint gesichert.

In mühevolle Arbeit und div. Einkreuzungen von Schnauzern und Zwergpinscher wurde von verantwortungsvollen Züchtern der Deutsch Pinscher weiter gezüchtet. 1961 schrieb Fink: Erst spät, wenn nicht schon zu spät, um ihn vor Vergessenheit und Untergang zu bewahren, ging man an seine Reinzucht. Zunächst waren es nur wenige Züchter, die sich um ihn bemühten; doch es gelang bald, eine ausreichende Zuchtgrundlage zu schaffen und für die Rasse bestimmte Verbreitungsgebiete, besonders in Mitteldeutschland, zu sichern.In letzter Zeit haben sich ernsthafte Züchter wieder mehr um den glatthaarigen Pinscher, um den es lange Zeit still war, gekümmert. Es darf angenommen werden, dass seine Zucht für die Zukunft gesichert ist.

Züchtern in den 60er und 70er Jahren ist dies zu verdanken.